Vitamin D ist kein Einzelspieler: Kofaktoren K2 und Magnesium

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Hach, was für eine bekloppte Headline. Als wäre irgendwas im Körper Einzelspieler. Genau das wird aber immer so gern vernachlässigt. Die meisten Helfer und Bestandteile im Stoffwechsel sind sehr komplex aufgebaut. Oft benötigen sie eine Reihe von Bedingungen und Bausteinen, um korrekt zu funktionieren. Dazu gehören zum Beispiel die sogenannten Kofaktoren: Nicht-Protein-Bausteine, ohne die zum Beispiel der Protein-Anteil eines Enzyms nicht funktioniert. Ob das aufgenommene Vitamin D wirklich all seine Aufgaben erfüllen kann, hängt ebenfalls von anderen Faktoren ab. 

Was macht Vitamin K2?

Vitamin K2 zum Beispiel ist ein Kofaktor, den das Vitamin D dringend braucht. Und zwar sowohl für die Kalziumaufnahme als auch für die Aktivierung einiger wichtiger Proteine. Ohne Vitamin K2 kann das Kalzium weder abtransportiert noch richtig verwertet werden – der Knochenstoffwechsel bleibt also gestört, obwohl eigentlich ausreichend Vitamin D3 vorhanden ist. Doch damit nicht genug. 

Ohne Vitamin K2 können diverse Proteine nicht aktiv werden. In der Folge wird zwar dank Vitamin D3 munter Kalzium aus dem Darm aufgenommen, es kann jedoch weder verwertet noch korrekt gelagert werden. Stattdessen sammelt es sich einfach im Körper an. Dadurch kann es zum Beispiel Verkalkungen in den Gefäßen oder Nierensteine verursachen. Daher gilt: wenn viel Vitamin D3 vorliegt, das die Kalziumaufnahme ankurbelt, muss auch ausreichend Vitamin K2 vorhanden sein.

Worin steckt Vitamin K2?

Vitamin K2 wird durch Bakterien produziert. Es steckt zum Beispiel in fermentierten Lebensmitteln. Nach aktuellem Kenntnisstand decken die Bakterien, die symbiotisch in unserem Darm leben, den größten Teil unseres Vitamin-K-Bedarfs. Auch wenn die Datenlage bislang noch recht dünn ist: Es sieht so aus, als könnte in der westlichen Bevölkerung ein Mangel an Vitamin K bestehen. Eine mehr oder weniger ungesunde Ernährung, industrielle Fertigprodukte, zu viel Zucker und ein übermäßiger Einsatz von Antibiotika in den Industrienationen hat dafür gesorgt, dass es auch in unseren Därmen zu einem großen Artensterben kommt. Unser Mikrobiom, die Summe aller Mikroorganismen, die in und auf uns leben, kränkelt. Und daher kommt es bei vielen Menschen zu einem Vitamin-K2-Mangel.

Darum wird so häufig dazu geraten, Vitamin-D3-Präparate nur in Kombination mit Vitamin K2 einzunehmen. Im Zweifelsfall sollten Sie dies mit Ihrem Hausarzt besprechen.

Magnesium

Auch Magnesium ist ein wichtiger Kofaktor im Vitamin-D-Wirkungskreis. Ohne Magnesium kann das Vitamin D nicht in seine aktive Form umgewandelt werden und bleibt damit wirkungslos – egal ob selbst produziert oder als Präparat eingenommen. Liegt also ein Magnesium-Mangel vor, können Sie sich die Einnahme von Vitamin D sparen. Aber auch andersrum wird ein Schuh draus: Wenn Sie viel Vitamin D bilden oder es hochdosiert einnehmen, kann dadurch ein Magnesium-Mangel ausgelöst werden. Dann versucht der Körper nämlich alle Stoffwechselvorgänge nachzuholen, die vorher durch den Vitamin-D-Mangel liegen geblieben sind. Dafür verbraucht er sehr viel Magnesium und das fehlt dann eventuell wieder an anderer Stelle. Folgen können Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe aber auch Herzstolpern und Angstattacken sein.

Fazit

Es gibt im Körper quasi keine gradlinigen, unverzweigten oder unabhängigen Zusammenhänge. Mir ist auf jeden Fall noch keiner begegnet. Es war schon alles ziemlich perfekt aufeinander eingespielt – bis wir auf die Idee kamen unseren Lebensstil und unsere Umwelt auf den Kopf zu stellen. Wann immer wir jetzt einen Fehler im System erkennen, ihn mit irgendetwas ausbügeln wollen und uns dabei für super pfiffig halten, sollten wir bedenken, dass wir zwar ziemlich, aber echt nicht super pfiffig sind: Der Körper, den wir heut unser Eigen nennen, ist das Resultat von Jahrmillionen der Entwicklung und Optimierung – den entschlüsseln wir nicht in ein paar Jahrzehnten bis ins Detail. Zumindest nicht, solang wir nicht super pfiffig sind. 


Quellen

Janßen, S. & Hobacher, N. (2019). Die Reenergize-Formel – Der evolutionäre Baukasten für Energie und Glück (German Edition). Topicus.

Weitere Grundlagen dieses Artikels bilden Informationen auf der Website des Robert-Koch-Institutes und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu Vitamin D und seinen Metaboliten sowie die Lehrbücher Physiologie (Pape, Kurtz, Silbernagel, 7. Auflage) und der Taschenatlas Physiologie (Silbernagel, Despopoulos, 8. Auflage) aus dem Thieme Verlag. 


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