Warum ist der Vitamin D-Spiegel vieler Europäer zu niedrig?

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Der Mensch bildet Vitamin D selbst. Letztlich braucht er nur ein bisschen Sonne und kann so locker bis auf 40.000 IE (Internationale Einheiten) pro Tag kommen. Dieses Vitamin D kann er dann über Monate speichern. Ist der vermeintliche Vitamin D Mangel der Deutschen, von dem unter anderem das Robert-Koch-Institut berichtet, nur ein Marketing-Trick? 

Nope. Das Leben hat sich dramatisch geändert. Wir sind kaum noch draußen. Kleidung, Glasscheiben und Sonnencremes schirmen uns fast vollständig von der UV-B-Strahlung der Sonne ab, die wir zur Bildung von Vitamin D benötigen. 

Was die Länge Ihres Schattens mit der Bildung von Vitamin D zu tun hat

Vorsicht, es wird jetzt etwas wissenschaftlich: Um Vitamin D zu bilden, benötigt der Körper UV-B-Strahlung der Wellenlänge 290 nm bis 315 nm. Wie viel dieser Strahlung auf der Erde ankommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In erster Linie vom Sonnenstand. 

Auf der Nordhalbkugel nimmt die natürliche UV-B-Strahlung durch die Sonne aufgrund des Sonnenstandes nördlich des 35. Breitengrades an Intensität und Dauer kontinuierlich ab. Ob ein Körper Vitamin-D bilden kann wird dadurch abhängig von der Jahreszeit und der Uhrzeit. Die südliche Grenze von Deutschland liegt etwa auf dem 47. Breitengrad, die nördliche Grenze auf dem 55. Damit bekommt der Durchschnittsdeutsche nur von März bis Oktober ausreichend UV-B-Strahlung zur Bildung von Vitamin D ab. Und selbst in den Sommermonaten kommt morgens und abends kaum oder gar keine UV-B-Strahlung mehr auf der Erde an, weil die Sonne zu tief steht.

Als Faustregel können Sie sich merken: Wenn Ihr Schatten länger ist, als Sie selbst groß sind, kann Ihr Körper kein Vitamin D bilden. 

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Grad der Luftverschmutzung. Außerhalb von Großstädten kommt die UV-B Strahlung daher eher bis zu Ihrer Haut.

Also einfach „Kampfsonnen“?

Wenn Sie sich am Wochenende oder im Urlaub einfach gnadenlos der Sonne aussetzen, um Ihren Vitamin D Speicher aufzufüllen, muss ich sie leider enttäuschen. Das klappt nicht. Erstens, weil die zur Produktion von Vitamin D nötigen Vorstufen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen (Bildung von Vitamin D). Nach etwa 15-20 Minuten intensiver Sonnenbestrahlung ist alles in Vitamin D umgewandelt. Zweitens setzen Sie sich dann einem erhöhten Risiko von Sonnenbrand aus – womit auch das Hautkrebsrisiko steigt. Drittens muss das gebildete Vitamin D auch noch aus der Haut in den Körper transportiert werden, da es sonst sofort wieder zerstört wird (siehe Überdosierung) .

Dann halt ins Solarium?

Funktioniert leider auch nicht. Auch wenn sich der Glaube hartnäckig hält, dass man sich mit regelmäßigen Besuchen im Solarium vitamin-D-technisch durch den Winter retten kann. Es stimmt zwar, dass die Sonnenbank die Stimmung heben kann, doch Vitamin D spendiert sie nicht. Die meisten Solarien verwenden UV-A-Strahlung. Dadurch wird das Problem durch die Klapp-Karibik sogar noch vergrößert: Die Haut wird gebräunt, wodurch die wenigen UV-B-Strahlen, die eventuell durch Zufall auf die Erde kommen, ungenutzt an Ihrer Bräune verpuffen.

Fazit

Der Sonnenstand in Deutschland sorgt dafür, dass Ihr Körper nur in der Zeit von März bis Oktober Vitamin D bilden kann. Und selbst dann nicht in den Morgen- und Abendstunden. Als Faustregel gilt, dass Ihr Körper kein Vitamin D bilden kann, wenn Ihr Schatten länger ist, als Sie selbst groß sind. Kampfsonnen im Urlaub der Besuche im Solarium retten Sie leider nicht. 


Quellen

Janßen, S. & Hobacher, N. (2019). Die Reenergize-Formel – Der evolutionäre Baukasten für Energie und Glück (German Edition). Topicus.

Weitere Grundlagen dieses Artikels bilden Informationen auf der Website des Robert-Koch-Institutes und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu Vitamin D und seinen Metaboliten sowie die Lehrbücher Physiologie (Pape, Kurtz, Silbernagel, 7. Auflage) und der Taschenatlas Physiologie (Silbernagel, Despopoulos, 8. Auflage) aus dem Thieme Verlag. 


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