Der Mythos von der Tagesdosis und wie viel Vitamin D Sie täglich brauchen

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Tagesdosis. Allein das Wort suggeriert, dass auf der täglichen To-Do-Liste auf jeden Fall auch stehen sollte, was man so alles zu sich nehmen muss. Auf jeder Packung eines Lebensmittels finden Sie in Deutschland die Angabe, was in dem Produkt enthalten ist. Und wie viel Prozent Ratteldiefutz der „empfohlene Tagesdosis“ Sie beim Verzehr des Inhalts zu sich nehmen. In einem halben Glas Orangensaft stecken zum Beispiel 31% der empfohlenen Tagesdosis Vitamin C. Laut Verpackung gilt dies für Sie ebenso, wie für Ihre Eltern und Ihre Kinder. Auch für den übergewichtigen Kassierer und für die Hochleistungssportlerin, die Sie jeden Morgen fast über den Haufen rennt. Vermutlich ahnen Sie es schon: Das kann so nicht stimmen. 

Und? Wie durchschnittlich sind Sie so?

Der Mythos von der Tagesdosis baut auf der Utopie des Durchschnittsmenschen auf, den es nun einmal nicht gibt. Oder zumindest nur sehr selten und für kurze Zeit. Ob Vitamine, Proteine, Kohlenhydrate oder Hard-Rock-Musik – der tatsächliche Bedarf hängt ab von Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand und noch einer Reihe weiterer Faktoren.

Es gibt jedoch noch einen weiteren Aspekt, durch den die „empfohlene Tagesdosis“ ad absurdum geführt wird.

Kommt ein Jäger und Sammler in den Supermarkt…

Bis vor gar nicht allzu langer Zeit hatten Menschen überhaupt nicht die Möglichkeit, täglich eine Dosis von irgendwas zu sich zu nehmen. Außer Wasser – und selbst das würde ich nicht beschreien. Als der Homo sapiens vor etwa 250.000 Jahren seinen Anfang nahm, suchte er vergeblich nach einem Supermarkt in der Nähe. Selbst vor 150 Jahren hatte man damit noch Schwierigkeiten. Bevor der weltweite Handel so richtig Fahrt aufnahm, gab es keine ganzjährige Versorgung mit frischem Obst und Gemüse jeder Couleur. Bis vor etwa 10.000-15.000 Jahren haben Menschen nicht einmal versucht, Lebensmittel über längere Zeit haltbar zu machen. Was es saisonal nicht gab, das gab es nicht. 

Wie haben wir das nur überlebt?

Wir können also festhalten, dass die empfohlene Tagesdosis irgendwie für den Senkel sein muss. Wie aber haben wir so furchtbar unterversorgt überleben können? Weil wir es nicht waren. Und wir waren es nicht, weil der menschliche Körper nahezu alle wirklich wichtigen Bausteine mehr oder weniger lang speichern kann. Alle fettlöslichen Vitamine zum Beispiel, zu denen auch Vitamin D gehört. Vitamin D kann über mehrere Monate gespeichert werden. Und selbst wenn kein neues hinzukommt, reicht der Vorrat für 2-4 Monate. 

Wie viel Vitamin D sollte man denn nun nehmen?

Für Vitamin D geht man davon aus, dass der Blutserum-Spiegel zwischen 30 und 60 ng/ml liegen sollte. Erst unter 10ng/ml spricht man von einem schweren Mangel. Gemessen wird dabei die „Speicherform“ des Vitamin D, das Calcidiol. Wie viel Zeit an der Sonne oder Vitamin D als Präparat nötig sind, um diesen Spiegel zu erreichen, wird von vielen Einflüssen bestimmt. Wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen, lassen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel messen – berücksichtigen Sie bei der Interpretation des Wertes aber die Jahreszeit: Pendelt er im unteren Bereich oder sogar darunter, müssen Sie sich nur dann ernsthaft Sorgen machen, wenn Sie den Wert am Ende des Sommers bestimmen lassen.

Wenn Sie Vitamin D einnehmen möchten, dann greifen Sie bitte nur unter ärztlicher Aufsicht zu hochdosierten Präparaten. Wenn Sie auf eigene Faust loslegen wollen und täglich Ihr Vitamin D nehmen möchten, dann sind 800 I.E. völlig ausreichend. Denn oberhalb von 100ng/ml wird Calcidiol toxisch (Vitamin D Überdosierung).


Quellen

Janßen, S. & Hobacher, N. (2019). Die Reenergize-Formel – Der evolutionäre Baukasten für Energie und Glück (German Edition). Topicus.

Weitere Grundlagen dieses Artikels bilden Informationen auf der Website des Robert-Koch-Institutes und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu Vitamin D und seinen Metaboliten sowie die Lehrbücher Physiologie (Pape, Kurtz, Silbernagel, 7. Auflage) und der Taschenatlas Physiologie (Silbernagel, Despopoulos, 8. Auflage) aus dem Thieme Verlag. 


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