Ja, eine Vitamin D Überdosierung ist möglich und im schlimmsten Fall tödlich

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Für Vitamin D gilt das gleiche, wie für nahezu alles, was in der richtigen Dosis gesund ist: Man kann zu viel davon abbekommen – und das ist dann das Gegenteil von gesund. 

Die Folgen einer Überdosierung von Vitamin D3

Die negativen Folgen bei einer übermäßig hohen Einnahme von Vitamin D entstehen in erster Linie dadurch, dass der Körper Kalzium in extremen Mengen aufnimmt. Im Blut kommt es zu einem erhöhten Kalziumspiegel, der sogenannten Hyperkalzämie. Und das macht sich an vielen Stellen im Körper bemerkbar. Akut kann sie zu Störungen des Verdauungstraktes führen. Darunter fallen zum Beispiel Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfe und Erbrechen. In schweren Fällen kann es zu einer Schädigung der Nieren, zu Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und sogar zum Tod kommen. 

Ich mag das ganze jetzt nicht überdramatisieren, aber in der Tat wird Vitamin D auch als Rattengift eingesetzt. Ein Grund zur Sorge? Nein. Die Konzentration muss schon recht hoch sein. Aber eben ein verdammt guter Grund, nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt hochdosierte Vitamin-D3-Präparate zu futtern, als gäbe es das Zeug umsonst.

Wie sich der Körper eigentlich vor einer Überdosierung schützt

Kommen wir zum Kernpunkt: Wie ist es überhaupt möglich, sich mit Vitamin D zu vergiften, wenn der Körper südlich des 35. Breitengrades täglich zigtausend Internationale Einheiten Vitamin D bildet? Schließlich hat man noch nie davon gehört, dass rund um den Äquator Menschen reihenweise an Hyperkalzämie sterben. (mehr zum Vitamin D-Spiegel

Ganz einfach: vor der übermäßigen Bildung von Vitamin D3 in der Haut ist der Körper gut geschützt. Schutzwall 1: Sowohl Provitamin D3 als auch Vitamin D3 selbst sind photolabil. Was nichts anderes bedeutet, als dass sie zerfallen, wenn sie zu lang der Sonne ausgesetzt sind. Auf natürlichem Weg ist eine Überdosierung daher unmöglich, da alles vernichtet wird, was nicht schnell genug in Vitamin D umgewandelt und aus der Haut abtransportiert werden kann. Das ist der Mechanismus Ihres Körpers, der Sie vor einer akuten Vergiftung schützt. 

Dann gibt es jedoch noch einen langfristigen „Präventivschutz“. Mechanismus 2: Die Bräunung der Haut. Je dunkler Ihre Haut wird, desto mehr UV-B-Strahlung eliminiert sie. Gehen Sie also regelmäßig in die Sonne, reguliert Ihr Körper auf die Art die zukünftige Vitamin-D-Produktion herunter. 

Der Haken an dem Schutz vor Überdosierung

Der Haken daran: Beide Schutzmechanismen liegen in der Haut. Sie greifen daher nicht, wenn eine Überdosis Vitamin D3 über die Nahrung aufgenommen wird. Da es im Laufe der Evolution für den Menschen bislang nahezu unmöglich war, eine Überdosis Vitamin D über die Nahrung aufzunehmen (Vitamin D3 in Nahrungsmitteln, eimerweise Matjes – Sie erinnern sich?), hat unser Körper keinen Schutzmechanismus dafür entwickeln können. Nehmen Sie zu viel Vitamin D3 als Präparat zu sich, hat der Körper daher keine Möglichkeit entwickelt, Sie davor zu schützen.

Kurzum: Ja, man kann Vitamin D überdosieren. Das Tückische ist auch, dass der Körper Vitamin D hervorragend speichern kann. Seit der Mensch Regionen erobert hat, in denen er aufgrund des zu tiefen Sonnenstands im Winter nicht das ganze Jahr über Vitamin D bilden kann, war er auf diesen Mechanismus der Speicherung angewiesen. Dieses Speichervermögen wird ihm zum Verhängnis, wenn er täglich hohe Dosen Vitamin D3 aufnimmt: Durch die Speicherung kann es zu einer schleichenden Überdosierung kommen. 

Aus genau diesem Grund sollten Sie nicht blind zu hoch dosierten Vitamin D Präparaten greifen! Viel hilft nicht immer viel. Vitamin D gilt als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Arznei und ist daher frei verkäuflich. Wir empfehlen dennoch ganz klar, hochdosierte Präparate nur unter ärztlicher Aufsicht und auf ärztliche Anweisung einzunehmen! Ohne eine Bestimmung Ihres Vitamin-D-Spiegels durch einen Arzt, sollten Sie wenn überhaupt nur zu den von der DGE empfohlenen 800 IE Vitamin D3 pro Tag greifen.

Wer sollte darüber nachdenken, zum Vitamin-D3-Präparat zu greifen?

Wenn man sich da mal so einig wäre… Ziemlich sicher ist man sich bei Säuglingen. Aufgrund der empfindlichen Haut sollten sie keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Als weitere Risikogruppe für einen Vitamin-D-Mangel gelten Menschen, die aufgrund von Alter oder Krankheit gar nicht mehr oder nur sehr selten ins Freie können.

Beim Rest der Menschheit streiten sich die Geister. Und die Wissenschaftler erst reicht. Nicht nötig, sagen die einen. Wir werden alle Osteoporose bekommen, die anderen. Nimmt man die Daten zur Hand, die unter anderem auf den Seiten des Robert-Koch-Institutes veröffentlicht wurden, liegt gut die Hälfte der Deutschen teilweise weit unter den empfohlenen Vitamin-D-Spiegeln. Damit hätten sie ein potenzielles Risiko für gesundheitliche Folgen und Mangel-Erkrankungen.

Fazit

Mit Vitamin-D-Präparaten umgehen wir die Mechanismen unseres Körpers, die uns vor einer Überdosis Vitamin D schützen sollen. Da eine Überdosis zu schweren gesundheitlichen Folgen führen kann, sollten Sie daher nicht ohne ärztliche Anweisung zu hochdosierten Vitamin-D3-Präparaten greifen. Auch wenn sie teilweise sogar im Supermarkt zu bekommen sind. 


Quellen

Janßen, S. & Hobacher, N. (2019). Die Reenergize-Formel – Der evolutionäre Baukasten für Energie und Glück (German Edition). Topicus.

Weitere Grundlagen dieses Artikels bilden Informationen auf der Website des Robert-Koch-Institutes und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu Vitamin D und seinen Metaboliten sowie die Lehrbücher Physiologie (Pape, Kurtz, Silbernagel, 7. Auflage) und der Taschenatlas Physiologie (Silbernagel, Despopoulos, 8. Auflage) aus dem Thieme Verlag. 


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