Vitamin D – Alles über seine Wirkung und die Folgen eines Mangels

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Spätestens wenn die dunkle Jahreszeit beginnt, geht der Absatz von Vitamin D-Nahrungsergänzungsmittel in die Höhe. Inzwischen gibt es zahlreiche Präparate, die zur Vorbeugung verschiedener Erkrankungen empfohlen werden. Doch beugen die tatsächlich vor? Und wenn ja, welche Krankheiten kann Vitamin D verhindern? Welchen Einfluss hat ein Vitamin‑D-Mangel eigentlich auf den Körper? 

Wofür ist Vitamin D und wo wirkt es im Körper?

Vitamin D Wirkung

Wenn von Vitamin D die Rede ist, ist eigentlich immer Vitamin D3 gemeint.Vitamin D3 steuert nach aktuellem Stand über 2000 Gene und übernimmt zahlreiche Aufgaben. 

Gene sind nichts anderes als Baupläne für alle Bestandteile unseres Körpers. Produziert wird nur, was gebraucht wird. Die Steuerung ist entsprechend kompliziert und erfolgt durch eine ganze Reihe von Stoffen und Strukturen (Rezeptoren), an denen diese Stoffe binden können. Vitamin D und der Vitamin‑D-Rezeptor gehören dazu. Nahezu jede Körperzelle verfügt über einen Vitamin‑D-Rezeptor. Fehlt Vitamin D, können einige Gene nicht mehr abgelesen werden. Dadurch werden zahlreiche Proteine, Enzyme und Botenstoffe nicht produziert. 

Welchen Einfluss hat ein Vitamin‑D3-Mangel?

Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass ein Mangel an Vitamin D3 zu diversen Symptomen und Krankheiten führen kann. Bisher weiß man zwar teilweise, welche Prozesse durch den Vitamin‑D-Mangel gestört werden – jedoch können Symptome und Krankheiten bislang nicht immer zweifelsfrei damit in Verbindung gebracht werden. Bei einem Kriminalfall würde man sagen: Die Indizien reichen, um den Verdächtigen vor Gericht zu bringen. Machen wir hiermit. Den Richterspruch überlassen wir Ihnen. 

Phosphat, Kalzium und Knochen

Beginnen wir mit einem tatsächlichen Beweis: Der negative Einfluss auf den Kalzium-Haushalt und damit auf die Knochen ist eindeutig belegt. Für die Aufnahme von Kalzium und Phosphat aus dem Darm braucht der Körper Vitamin D. Bei Kindern führt ein Vitamin-D-Mangel zu einer Fehlbildung der Knochen. Nennt sich Rachitis und hat die Wissenschaft Anfang des 20. Jahrhunderts auf die Spur von Vitamin D gebracht hat. Kalzium ist auch bei vielen anderen Stoffwechselvorgängen extrem wichtig. Wird nicht genug über den Darm aufgenommen, holt der Körper sich das Kalzium aus dem größten Kalziumspeicher: den Knochen. Bei Erwachsenen führt ein Vitamin-D-Mangel daher zur Knochenerweichung (Osteomalazie) und im weiteren Verlauf zum Knochenschwund (Osteoporose).

Immunsystem

Im Immunsystem kurbelt Vitamin D die Produktion bestimmter Abwehrstoffe und –zellen an und stärkt dadurch das Immunsystem. Außerdem reduziert es entzündliche Immunreaktionen, die zu chronische Entzündungen und Autoimmunerkrankungen führen können.

Herz-Kreislaufsystem

Viele Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen haben einen Vitamin-D-Mangel. Allerdings steht man hier vor einem Dilemma: Wenn das Kind im Brunnen liegt, kann man diesen Zusammenhang zwar nachweisen. Bislang gibt es aber keine Studien, die eindeutig zeigen, dass durch die Gabe von Vitamin D Herz-Kreislauferkrankungen verhindert oder behandelt werden können.

Zellteilung, Zellzyklus und Krebs

Vitamin D ist offenbar auch an der Steuerung von Zellteilung, Zellwachstum, Zelltod und Zellzyklus beteiligt. Es hat also einen Einfluss auf alle Zellen. Dadurch kann die Gabe von Vitamin D viele Hautkrankheiten positiv beeinflussen. Aber auch hier gilt: Ob ein Vitamin-D-Mangel Hauerkrankungen entstehen lässt, ist nicht eindeutig erwiesen.

Auch Nervenzellen verfügen über Rezeptoren für Vitamin D. Bislang geht man davon aus, dass die Neubildung und das Wachstum von Nervenzellen von Vitamin D positiv beeinflusst werden. Auch bei der neuronalen Kommunikation spielt Vitamin D offenbar eine Rolle: sowohl bei der Bildung und der Erhaltung von neuronalen Verbindungen als auch bei der Bildung von Neurotransmittern und bei der Signalleitung in den Nerven.

Da Vitamin D den Zellzyklus beeinflusst, könnte ein Mangel auf die Krebsentstehung Einfluss haben. Es gibt im Tierversuch Hinweise darauf, dass die Entstehung und der Verlauf einiger Krebserkrankungen durch Vitamin D beeinflusst werden. Diverse Studien dazu laufen, jedoch gibt es für den Menschen bislang keine Belege.

Wie kann es zu einem Vitamin D-Mangel kommen?

Es ist fast unmöglich, ausreichend Vitamin D3 über die Nahrung aufzunehmen, da es nur in sehr wenigen Lebensmitteln vorkommt. In erster Linie wird Vitamin D mit Hilfe der UV-B-Strahlung des Sonnenlichts vom Körper selbst produziert. Die Ultrakurzform zur Bildung von Vitamin D3 für Wissenschaftsmuffel lautet: Eine Vorstufe des Vitamin D3 (Provitamin D3) wird durch ultraviolette UV-B-Strahlung zu Vitamin D3 (Cholecalciferol). Das geschieht in der Haut. Von dort wird es in die Leber transportiert, wo es in Calcidiol umgewandelt wird. In dieser Form kann es gespeichert und weitertransportiert werden. Calcidiol ist also die Speicherform des Vitamin D. Diese Speicherform wird in der Niere in die biologisch aktive Form „Calcitriol“ umgewandelt.

Kurzum: Ohne Sonne kein Vitamin D3. Nun spielt sich das moderne Leben inzwischen jedoch zu über 90% in Innenräumen ab. Die Glasscheiben von Gebäuden oder Transportmitteln lassen zwar das Licht von außen hindurch, nicht jedoch die UV-B-Strahlung. Und sobald der Wetterbericht sonnige Tage ankündigt, greifen viele aus Sorge vor Hautkrebs zur Sonnencreme, wenn sie sich länger im Freien aufhalten. Prinzipiell ja auch nicht falsch – jedoch schluckt schon Lichtschutzfaktor 8 bis zu 97% der UV-B-Strahlen. An die nötige Menge Vitamin D zu kommen, kann da schon zur Herausforderung werden. Zumal in Deutschland nur von März bis Oktober überhaupt genug UV-B-Strahlung auf der Erde ankommt.

Fazit

Ein Vitamin-D3-Mangel wirkt sich auf nahezu alle Zellen im Körper aus. Bis auf die Veränderungen an Knochen (Rachitis und Osteoporose) konnte bislang zwar für keine Erkrankung zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass sie durch einen Vitamin-D-Mangel entstanden ist. Doch gibt es viele Hinweise, dass Vitamin D den Verlauf verschiedener Krankheiten mildert. Daher ist es verständlich, dass häufig zu Vitamin-D-Präparaten geraten wird. Da Vitamin D durch Sonnenstrahlung in der Haut gebildet wird, werden die Ratschläge zu Beginn der dunklen Jahreszeit immer lauter.

Vor allem für Risikogruppen können daher Vitamin-D-Präparate von Vorteil sein. Durch die konzentrierte Gabe werden jedoch die körpereigenen Schutzmechanismen vor einer Überdosierung außer Kraft gesetzt. Daher sollten Sie nur nach Rücksprache mit einem Arzt zu hochdosierten Präparaten greifen, die teils im Handel erhältlich sind.


Quellen

Janßen, S. & Hobacher, N. (2019). Die Reenergize-Formel – Der evolutionäre Baukasten für Energie und Glück (German Edition). Topicus.

Weitere Grundlagen dieses Artikels bilden Informationen auf der Website des Robert-Koch-Institutes und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu Vitamin D und seinen Metaboliten sowie die Lehrbücher Physiologie (Pape, Kurtz, Silbernagel, 7. Auflage) und der Taschenatlas Physiologie (Silbernagel, Despopoulos, 8. Auflage) aus dem Thieme Verlag. 


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