Warum ich zwar den Hype um “Superfoods” albern finde, aber trotzdem zu Anbau von Microgreens rate

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Lange Headline! Schon fast eine Einleitung. Aber die kommt erst jetzt:

Wer bereits Ernährungsartikel von mir gelesen hat, dem ist vermutlich aufgefallen, dass ich mich gegen die trendige Bezeichnung „Superfood“ sträube. Trotzdem habe ich mich an Microgreens gewagt und sie mir genauer angesehen. Und für gut befunden. Sie könnten aus mehreren Gründen meine Rettung werden. Darum möchte ich Ihnen die kleinen Pflänzchen vorstellen. Aber ich werde sie nicht als Superfood bezeichnen.

Was hat die Janßen gegen Superfood?

Es ist eine Mischung aus dem Wort und dem Kommerz. Da entdeckt die Wissenschaft in irgendeinem Nahrungsmittel eine hohe Konzentration von irgendetwas, dem gesunde Eigenschaften zugeschrieben werden, und schon wird es unter der Bezeichnung „Superfood“ vermarktet. Zig Unternehmer basteln das neue Superfood in ihr Produkt oder gleich ein neues Produkt drumrum und verkaufen es als den heiligen Gral, einen Jungbrunnen oder einen Sündenerlass für eine sonst einseitige Ernährung. Das stößt mir auf. Und dass Superfoods teilweise aus den letzten Ecken der Erde, wo sie unter fragwürdigen Bedingungen angebaut und geerntet werden, nach Europa geflogen werden. Viele sind daher ausbeuterisch und klimaschädlich produziert und transportiert.

Und das, obwohl viele heimische Pflanzen, wenn sie biologisch angebaut werden, eine vergleichbare Nährstoffbilanz aufweisen. Mit regionalen und saisonalen Produkten bekommen Sie alle Nährstoffe, die Sie brauchen. Nicht falsch verstehen: Auf die Vielfalt in der Obst- und Gemüseabteilung möchte ich auch nicht verzichten und auch ich greife zu Sorten, das über lange Strecken transportiert wurden. Aber nicht, weil ich das Gefühl habe, dies wäre jetzt für meine Gesundheit wichtig, sondern weil ich Appetit darauf habe. Was unter Umständen dank unbewusster Ernährungsentscheidungen meines Körpers das gleiche sein kann – aber dazu an anderer Stelle mehr.

Was ist jetzt mit den Microgreens?

Microgreens sind vermeintlich einer der neueren Trends. Es handelt sich um Keimpflanzen, die man auf der Fensterbank das ganze Jahr selbst ziehen kann. Sogar in einer Stadtwohnung. Wer so in meinem Alter oder darüber ist wird sich erinnern, dass wir die Geschichte mit den Keimlingen schon mal hatten. In den 1990ern? Ich weiß es nicht mehr genau. Auf jeden Fall erinnere ich mich daran, dass meine Eltern so einen putzigen kleinen „Keim-Tower“ hatten. Darin wurde alles zum Keimen gebracht, was nicht bei drei aus dem Supermarktregal gesprungen war: Linsen, Erbsen, Bohnen, Weizen, Roggen…

Das neue an Microgreens ist, dass im Gegensatz zu „damals“ nicht nur die Sprossen gezogen werden, sondern man die Pflanzen etwas länger wachsen lässt. Daher müssen die Microgreens auch auf Anzuchterde wachsen – sie benötigen die Nährstoffe im Substrat, um selbst Nährstoffe aufbauen zu können.

Der Nährstoffgehalt von Microgreens

Wenn Sie jetzt denken, dass in der fertig gewachsenen, erntereifen Pflanze mehr Nährstoffe enthalten sein müssen als in den Keimpflanzen, dann haben Sie den gleichen Gehirnknoten wie ich. Was wir als Nährstoff bezeichnen, produzieren die Pflanzen, weil sie es für ihren eigenen Stoffwechsel benötigen. Uns zu ernähren haben sie in der Tat nicht im Sinn. Sie benötigen diese Stoffe unter anderem zum Wachsen. Und so zeigen Nährstoffanalysen, dass z.B. in 100g Rucola-Keimpflanzen alle Vitamine in vergleichbarer oder sogar in höherer Konzentration stecken, wie in 100g erntereifem Rucola. Man braucht halt nur mehr Pflanzen, um die 100g zusammenzubekommen.

Festhalten können wir also schon einmal: Der Nähr- und Vitalstoffgehalt der Keimpflanzen kann mit den erntereifen Pflanzen auf jeden Fall mithalten. Bis hier hin hätten Sie und ich aber noch keinen so deutlichen Vorteil, der meine Begeisterung für Microgreens erklären könnte – schließlich kann der Rucola aus der Gemüseabteilung das gleiche bieten.

Grad noch am Stängel, jetzt schon gegessen

Den wahren Vorteil für mich persönlich sehe ich in meiner neu entwickelten „Macke“: Ich esse gerne direkt vom Stängel weg. Kapuzinerkresse war meine Einstiegsdroge. Die wächst bei mir rund ums Haus und ich habe mir in den letzten Monaten so übel angewöhnt, täglich ein paar Blüten im Vorbeigehen zu futtern, dass ich gar nicht genau wusste, wie ich den Winter ohne überstehen soll. 

Die Microgreens haben nun das Potenzial, diese Lücke zu füllen: Sie können mit wenig Aufwand und geringem Platzbedarf auch in Innenräumen gezogen werden und lassen sich ebenfalls erntefrisch schnabulieren. Das heißt, sie verfügen nicht nur über die Nährstoffe, sondern auch über den vollen Flüssigkeitsgehalt und sind damit knackiger als alles, was man im Supermarktregal findet. Und genau das scheint mir so wichtig geworden zu sein. Im Detail erklären kann ich es nicht – ich weiß nicht, ob frischfrischfrisch vom Körper besser verwertet werden kann oder ihm einen zusätzlichen Nutzen jenseits des reinen Nährwertes bringt. Ganz abwegig klingt das auf jeden Fall nicht. Und auf jeden Fall weiß man wie bei allem, was man selbst anbaut, ganz genau, dass die Pflanzen frei von Pestiziden sind. 

Fazit

Der Begriff „Superfood“ ist in erster Linie eine gut aufgesetzte Marketingstrategie. Trotzdem finden sich darunter manchmal Trends, die lohnenswert zu sein scheinen. Microgreens gehören für mich dazu. Sie haben nahezu den gleichen Nährstoffgehalt wie erntereife Pflanzen, können aber auch auf der Fensterbank gezogen werden und sind dadurch nicht nur lecker, sondern verbessern auch noch das Raumklima. Und ihr Anbau ist eine prima Beschäftigung für die dunkle Jahreszeit. 

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